Bild: Peter Smiatek flog sogar schon mehrere tausend Drohnen. Neulich erst wieder 1600 Drohnen bei einer Show in Kroatien.

Hochstift (tk). Es beginnt mit einem dunklen Himmel. Dann erscheint der erste Lichtpunkt. Kurz darauf kommt ein zweiter hinzu, dann ein dritter. Aus einzelnen Lichtern entsteht Bewegung, aus Bewegung ein Bild und aus Bildern eine Geschichte, die sich mitten über den Köpfen der Zuschauer entfaltet.

Drohnenlichtshows gehören zu den faszinierendsten Formen moderner Eventinszenierung. Was aus der Entfernung beinahe spielerisch wirkt, ist in Wirklichkeit das Ergebnis aus Kreativität, Technik, präziser Planung und jahrelanger Erfahrung. Hunderte kleine Fluggeräte werden zu einem einzigen großen Kunstwerk am Nachthimmel.

Einer, der genau diese Verbindung aus Technik und Emotion zu seiner Aufgabe gemacht hat, ist Peter Smiatek, Geschäftsführer von SMIA Drohnenshows. Das Unternehmen entwickelt individuelle Drohnenlichtshows von der ersten Idee über das Design und die technische Planung bis hin zur Durchführung. Dabei geht es nicht allein darum, möglichst viele Drohnen gleichzeitig in den Himmel zu bringen. Entscheidend ist vielmehr, was daraus entsteht.

SMIA blickt inzwischen auf internationale Erfahrungen zurück. Die Shows reichen von kleineren Inszenierungen bis hin zu Großproduktionen mit mehreren hundert Drohnen. Zu den veröffentlichten Projekten gehören unter anderem eine Show mit 750 Drohnen über dem Berliner Olympiastadion, eine Inszenierung mit 400 Drohnen zur Taufe der Mein Schiff 7 sowie eine Produktion mit 180 Drohnen bei der DATEV Challenge Roth.

Besonders faszinierend ist dabei der Gedanke, dass jede Bewegung am Himmel Teil einer vorher geplanten Choreografie ist. Musik, Licht, Bewegung und teilweise weitere Elemente können exakt miteinander verbunden werden. So wird aus vielen einzelnen Fluggeräten ein gemeinsames Schauspiel, bei dem jede Sekunde eine Bedeutung bekommen kann.

Doch was fasziniert einen Menschen eigentlich daran, wenn hunderte Lichtpunkte plötzlich gemeinsam einen Stern, ein Logo, ein Tier, eine Figur oder eine vollkommen neue Welt am Himmel entstehen lassen?

Und wie viel Kreativität, Technik und Arbeit steckt tatsächlich hinter den wenigen Minuten, die das Publikum später staunend beobachtet?

Genau darüber möchten wir mit Peter Smiatek sprechen und einen Blick hinter die Kulissen einer Welt werfen, in der der Himmel zur Leinwand wird.

Sieben Fragen an Peter Smiatek

1. Vom ersten Gedanken bis zum leuchtenden Himmel

Wenn Sie eine neue Drohnenshow planen, beginnt alles zunächst mit einer Idee. Wie entsteht aus einem ersten Gedanken am Ende eine komplette Geschichte, die hunderte Drohnen am Himmel erzählen können?

SmiatekIch bin ein visueller Mensch jemand der gerne in Geschichten denkt. Ein Thema als Vorlage und schon läuft bei mir ein Kopfkino ab. Daraus Feile ich das Storyboard welches ich mit dem Kunden abspreche. Anschließend verarbeiten wir die Inhalte zu fertigen Motiven die bereits als Drohnenshow erkennbar sind. Passt das für den Kunden Verpassen wir der Show das Finish. Und dann können wir starten.

2. Der Moment, in dem der Himmel zum Leben erwacht

Sie erleben die Shows nicht nur als Zuschauer, sondern kennen jeden einzelnen Schritt ihrer Entstehung. Gibt es für Sie einen ganz bestimmten Moment während einer Show, bei dem Sie selbst immer noch Gänsehaut bekommen und denken: Genau dafür machen wir das?

Smiatek: Tatsächlich kann ich nie meine Shows genießen. Als verantwortlicher oder auch als Pilot sieht man die Show immer aus der falschen Perspektive, meistens von unten. Vieles ist dann nicht erkennbar. Wir haben während der Show auch nicht die Zeit Wir haben stets ein sehr washes Auge auf das System. Aber diesen eine Moment gibt es tatsächlich. Wenn bei emotionalen Höhepunkten der Show 10000de Menschen anfangen zu Jubeln. Dann weiß ich das wir erfolgreich sind. Das ist den beste Lohn.

3. Mehr Drohnen bedeutet nicht automatisch mehr Wow

Auf Ihrer Seite betonen Sie, dass nicht allein die Anzahl der Drohnen entscheidend ist, sondern vor allem Design, Timing und Choreografie. Was macht für Sie persönlich den Unterschied zwischen einer technisch beeindruckenden Drohnenshow und einer Show, die Menschen emotional wirklich berührt?

Smiatek: Drohnen in den Himmel zu bringen ist gar nicht mehr so schwer. Der entscheidende Punkt ist, was man daraus macht. Ich bin garnicht so ein großer Fan dieser riesen Displays. Auf Grund der Größe sind sie extrem letargisch, Bewegungen sind kaum sichtbar. Wie ein Display halt. Ich persönlich versuche mit den Drohnen nah am Publikum zu sein, soweit es die Sicherheit erlaubt. Näher dran heißt, Bewegungen werden intensiver wahrgenommen, auch das Dreidimensionale wird sehr deutlich. Die Zuschauer erleben ein immersives Event, welches wirklich beeindruckt. Aber alles hat seine Daseinsberechtigung. Auch die Tausender Show

4. Was das Publikum niemals sieht

Wenn die Zuschauer später in den Himmel schauen und vielleicht nur staunen, sehen sie den größten Teil der Arbeit überhaupt nicht. Was passiert hinter den Kulissen in den Stunden, Tagen oder Wochen vor dem Start und welcher Teil der Vorbereitung ist für Außenstehende wahrscheinlich am überraschendsten?

Smiatek: Es gibt für uns feste Abläufe, die den Showtag bestimmen. Einer davon ist das Handling mit hunderten oder auch mal tausenden Akkus. Die müssen im Idealfall am Showtag geladen werden . Aber auch Dinge wie eine Risikoanakyse die die Sicherheit gem den Vorschriften gewährleistet.

5. Wenn Technik auf Emotion trifft

Musik, Licht und Bewegung können bei einer professionellen Drohnenshow exakt miteinander verbunden werden. Wie wichtig ist für Sie die Musik und gibt es ein bestimmtes Lied oder eine bestimmte musikalische Inszenierung, bei der Sie selbst erlebt haben, wie stark die Verbindung zwischen Musik und Bildern am Himmel werden kann?

SmiatekEs ist wie ein guter Film. Ohne Musik nur schwer zu ertragen. Wann immer möglich Kreieren wir den Showinhalt an der Musik. Ja für mich ist Musik bei Drimohnen show ein absolut wichtiger emotionaler Träger. Um ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern, es gibt ein Lied, welches ich zwar liebe aber bei Drohnenshows nicht mehr einsetze: Sky full of stars von Coldplay. Das war einfach zuviel die letzten Jahre 😉

6. Der Himmel als größte Leinwand der Welt

Sie haben bereits Shows an außergewöhnlichen Orten und vor großen Zuschauerzahlen umgesetzt. Wenn Sie völlig frei wählen könnten und es keinerlei Grenzen bei Ort, Größe oder technischer Umsetzung gäbe: Was würden Sie einmal am Himmel erzählen oder darstellen wollen?

SmiatekEine spannende Frage, über die ich mir tatsächlich  nie Gedanken gemacht habe. Ich denke es wäre nicht eine große Show , denn wie oben erwähnt kann das sehr lahm sein. Ich würde eher dazu tendieren an ganz speziellen Ort aus der Kunst und Geschichte neue Grenzen auszuloten. Und das möglichst vielen Menschen zeigen.

7. Die Zukunft über unseren Köpfen

Drohnenlichtshows entwickeln sich technisch und kreativ ständig weiter. Wenn Sie fünf oder zehn Jahre nach vorne schauen: Wie wird eine Drohnenshow der Zukunft aussehen und was werden Zuschauer erleben können, was heute vielleicht noch wie Science Fiction klingt?

Smiatek: Der Blick in die Glaskugel. Nun ja wir werden Drohnenshows deutlich häufiger am Himmel sehen. Da der Weg in den Köpfen zur mehr Emmissionsfreiheit und mit weniger Lärm den Markt dahin drängt. Es vielseitiger Drohnenvarianten geben, die mite  speziellen Effekten  neue Möglichkeiten bieten. Drohnenshows im Inneren wird ein großes Thema. Im Grund stehen wir noch relativ am Anfang. Wir entwickeln selbst neue Ideen diese Technik stets zu verbessern und spannender zu machen  Man darf also gespannt sein.

Peter Smiatek zaubert Lichter in den Dunklen Himmel.

Wir sagen herzlich Danke für das interessante Interview und die spannenden Einblicke in die Welt der Drohnenshows.

Wer selbst einmal mehr über die faszinierende Technik erfahren möchte oder für eine eigene Veranstaltung eine beeindruckende Drohnenshow plant, sollte unbedingt auf der Webseite vorbeischauen und Kontakt aufnehmen. Es lohnt sich!

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