Stadt Büren setzt auf umfassende Konsolidierungsmaßnahmen und stellt die Weichen für die kommenden Jahre In der Sitzung des Rates der Stadt Büren vom 15. Oktober 2026 wurde der Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 eingebracht. Dabei steht die Stadt vor großen finanziellen Herausforderungen. Die externen wirtschaftlichen Einflüsse der vergangenen Jahre wirken sich zunehmend auf den städtischen Haushalt aus. Gleichzeitig wurde bereits im laufenden Jahr gegengesteuert: Rund 2 Millionen Euro konnten 2026 durch Konsolidierungsmaßnahmen eingespart werden, beispielsweise durch das Einstellen städtischer Fördermaßnahmen, durch Einsparungen im Bereich der baulichen Unterhaltung und Bewirtschaftung sowie durch den Verzicht auf die Nachbesetzung freier Stellen. „Wir haben bereits in diesem Jahr an vielen Stellen Einsparungen vorgenommen und unsere Ausgaben kritisch überprüft. Das zeigt: Wir warten nicht ab, sondern handeln“, erklärt Bürgermeister Burkhard Schwuchow. „Trotzdem reicht das allein noch nicht aus. Die finanziellen Rahmenbedingungen haben sich so deutlich verschlechtert, dass wir für 2027 weitere Schritte gehen müssen.“ Auch für viele andere Kommunen in NRW und speziell für den Großteil der Kommunen im Kreis Paderborn ist die finanzielle Situation angespannt, darauf haben Städte und Gemeinden zuletzt im Zuge der bundesweiten Aktion „Kommunen am Limit“ aufmerksam gemacht und strukturelle Verbesserungen durch Bund und Länder gefordert. Für die Stadt Büren zeichnet sich nach aktueller Prognose für 2026 ein Defizit von rund 9,9 Millionen Euro ab. Die Ursachen für die Entwicklung sind vielfältig: Steigende Zinsen für Investitions- und Liquiditätskredite sowie steigende Transferleistungen (insbesondere durch die Kreisumlagen), die Folgen der Inflation und zeitversetzt wirkende Tarifsteigerungen belasten den städtischen Haushalt und sorgen dafür, dass auch die Ausgleichsrücklage weiter schwindet. Die Auswirkungen dieser Entwicklungen machen sich insbesondere seit dem Abschluss des Haushaltsjahres 2025 deutlich bemerkbar. Für das Haushaltsjahr 2027 werden die Ordentlichen Aufwendungen mit rund 63,7 Millionen, die Ordentlichen Erträge mit rund 58 Millionen Euro dargestellt. Die Stadt Büren setzt deshalb auf zwei Seiten an: Zum einen müssen die Aufwendungen weiter begrenzt, zum anderen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass die Stadt langfristig zusätzliche Erträge erzielen kann. Dazu gehören beispielsweise die Ausweitungen der wirtschaftlichen Betätigungen (z.B. Erneuerbare Energien), sowie die weitere Entwicklung von Gewerbe- und Wohnbauflächen. Neue Gewerbeansiedlungen können zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und langfristig die Ertragskraft der Stadt stärken. Solche Maßnahmen bleiben daher trotz der schwierigen Haushaltslage wichtig. Gleichzeitig werden weitere Konsolidierungsmaßnahmen für den städtischen Haushalt notwendig. Auch freiwillige Leistungen und Veranstaltungen werden überprüft. Dabei sollen Veranstaltungen wie der Stadtball und das Open-Air-Kino in 2027 nicht seitens der Stadt Büren veranstaltet werden. Das Büren Open Air – BOArocks wird in 2027 ausgesetzt und soll 2028 wieder mit einem neuen Veranstaltungspartner stattfinden. Andere Veranstaltungen, beispielsweise der Mittelaltermarkt, das Kindertheater und das Geocaching-Event, sollen in einen Zwei-Jahres-Rhythmus gebracht oder in der Konzeption verändert werden. „Uns ist bewusst, dass Einsparungen bei freiwilligen Angeboten unmittelbar wahrgenommen werden und teilweise enttäuschen können. Trotzdem müssen wir uns fragen, was wir uns dauerhaft leisten können und wo wir Prioritäten setzen müssen“, so Schwuchow. Dabei ist die angespannte Haushaltslage nicht allein durch die Entwicklung der städtischen Ausgaben zu erklären. Die Kommunen werden zunehmend mit Aufgaben belastet, für deren Erfüllung die notwendige finanzielle Ausstattung durch Bund und Länder nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung steht. „Städtischerseits tun wir alles, um wieder in ruhigeres Fahrwasser zu kommen, die strukturelle Schieflage der kommunalen Finanzen lässt sich jedoch nicht auf Ebene der Stadt lösen.“ Notwendige Investitionen und insbesondere die Erfüllung pflichtiger Aufgaben sollen weiterhin gewährleistet werden. Dazu gehört beispielsweise der Brand- und Bevölkerungsschutz. Gleichzeitig will die Stadt Fördermöglichkeiten konsequent ausschöpfen, weshalb auch das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) fortgeschrieben wird. Auch die im Bau befindlichen Feuerwehrgerätehäuser in Hegensdorf und Steinhausen werden gänzlich mit Finanzmitteln des NRW Plan finanziert und belasten den städtischen Haushalt nicht. Parallel dazu müssen Vorhaben nach ihrer Dringlichkeit und Finanzierbarkeit priorisiert werden. So soll die Umsetzung des Moritzquartiers zunächst ausgesetzt werden. Im Bereich Gebühren sind in 2027 folgende Anpassungen vorgesehen: Weil u. a. die Rücklagen durch niedrige Gebührensätze in den vergangenen Jahren aufgebraucht wurden, steigen die Schmutz- und Frischwassergebühren moderat, die Niederschlagswassergebühr bleibt konstant. Für einen 4-Personen-Haushalt (ca. 200 m³) wären das Mehrkosten von rund 86 Euro pro Jahr. Der Gebührenanteil für den Winterdienst wird wegen der hohen Aufwendungen im Winter 2025 von 16 auf 23 Prozentpunkte angehoben und auch im Bereich der Abfallwirtschaft ist eine geringfügige Gebührenanpassung vorgesehen. Mit dem Haushalt 2027 sollen nicht nur kurzfristige Einsparungen erreicht, sondern gleichzeitig die Grundlagen für die kommenden Jahre geschaffen werden. In Vorbereitung auf eine eventuell mögliche Haushaltssicherung ab 2028 soll das Jahr 2027 gemeinsam mit der Politik genutzt werden, um frühzeitig weitere Konsolidierungsmaßnahmen sowie Maßnahmen zur Steigerung der Erträge zu entwickeln. Der nun vorliegende Haushaltsentwurf bildet die Grundlage für die Beratungen in den einzelnen Ratsfraktionen. Der Haushalt 2027 soll in der Ratssitzung am Donnerstag, 10. Dezember 2026, verabschiedet werden. Beitragsbild: Bürgermeister Burkhard Schwuchow – Bildquelle: Stadt Büren Quelle: Stadt Büren, bueren.de, 16.10.2026 Beitragsnavigation POL-PB: Einbruch in Erdgeschosswohnung – Polizei sucht Zeugen Stadt Salzkotten zeichnet Menschen aus, die Heimat und Kultur lebendig halten